Geschichte

Der Beginn des Programms « empoweringMobility » geht auf das Jahr 2009 zurück. Zum damaligen Zeitpunkt wurde das Thema alternativer Antriebsmöglichkeiten immer intensiver diskutiert. Zwar war man zu diesem Zeitpunkt noch weit von vollelektrischen Fahrzeugen entfernt, dafür wurde die Hybridtechnologie in Bussen als Übergangsantrieb eingeführt.

So orderte Voyages Emile Weber 2009 zwei Doppelgelenk-Hybridbusse beim schweizer Hersteller Hess. Diese 25-Meter-Busse fahren auf der Linie 16 des hauptstädtischen Busnetzes der AVL (Autobus de la Ville de Luxembourg). Sie verkehrt zwischen dem Flughafen und der Gemeinde Hesperange.

 

Gleich ein Jahr darauf, erwarb das Unternehmen zwei Standard-Hybridbusse (12 Meter) vom Hersteller Volvo. Diese sind hauptsächlich auf der Linie 165 zwischen Medingen und dem hauptstädtischem Viertel Gasperich im Einsatz. Diese Linie gehört zum luxemburgischen Überlandnetz RGTR (Régime Géneral des Transport Routiers).

 

Im Juli 2012 trat der neue luxemburgische Taxidienstleister WEBTAXI mit dem Slogan „plus propre & moin cher“ („sauberer & günstiger“), ebenfalls den Weg in die Nachhaltigkeit an: Neben einer klaren und transparenten Tarifstruktur waren es vor allem die zehn neuen, orangegefärbten Hybridautos vom Typ Toyota Prius, die im Stadtverkehr sofort auffielen. Heute zählt WEBTAXI mehr als 74 Hybrid- und mehr als 38 Elektrotaxen.

 

Die nächste große Etappe wurde im Januar 2015 abgeschlossen und das gleich mit einer Weltpremiere: Voyages Emile Weber präsentierte das Projekt „UREVO“, welches für „Urban Revolution“ steht. Infolge dieses Projektes wurden drei Plug-in-Hybrid Doppelgelenkbusse – die ersten drei weltweit – in die Flotte von Voyages Emile Weber aufgenommen. Hersteller der Fahrzeuge war wieder die Firma Hess, die Elektrotechnik dafür aber jedoch von Vossloh-Kiepe geliefert. Die Revolution bestand darin, dass diese Busse nun Dank eines intelligenten Energie-Management-Systems rein elektrisch, also emissionsfrei, durch das Stadtgebiet fahren konnten. Das Energie-Management-System wurde im Vorfeld für die Linie 16 der städtischen AVL so programmiert, dass sich am Stadteingang das Dieselaggregatautomatisch ausschaltet und der Bus rein elektrisch weiter durch die Innenstadt fahren kann, also ohne Kohlendioxid-, Stickstoff- sowie Feinstaubemissionen. Verlässt der Bus die Innenstadt, so wird das Dieselaggregat wieder eingeschaltet und die Weiterfahrt erfolgt im Regenerationsmodus, bei welchem die Batterien wieder aufgeladen werden. Diese Batterien (pro Bus zwei Batteriepakete mit einem Gesamtgewicht vom 800 kg) sind auf der Dachkonstruktion des Busses platziert und können auch im Betriebshof in Canach über Nacht aufgeladen werden.

 

Im Juli 2015 wurde die Flotte vom Taxidienstleister WEBTAXI um zwei weitere, vollelektrische Taxen erweitert– die zwei ersten Elektrotaxen Luxemburgs. Diese Fahrzeuge stammen vom chinesischen Hersteller BYD (Build Your Dreams) und haben eine maximale Reichweite von 250 Kilometern.

 

Im Mai 2017 wurde das nächste Produkt von Voyages Emile Weber elektrifiziert: Der erste vollelektrische Bürgerbus Luxemburgs. Für den „Mamer Ruffbus“ schaffte man beim niederländischen Hersteller VDL ein Fahrzeug des Typs Midbasic an, welches eine Reichweite von 250 Kilometern und einen Motor mit einer Leistung von 120kW aufweist. Der VDL Midbasic wird auf dem Fahrgestell vom Mercedes-Benz Sprinter aufgebaut und kann bis zu acht Personen aufnehmen. Mittlerweile fahren in der Voyages Emile Weber-Firmengruppe sieben vollelektrische Bürgerbusse.

 

2018 wurde schließlich zum großen Elektrojahr ausgerufen: Am 8. Februar wurde die RGTR-Buslinie 305, welche zwischen Bettembourg und Dudelange verkehrt, elektrifiziert: Seitdem wird die Linie ausschließlich mit Elektrobussen bedient. Dieses Ereignis wurde im Beisein von Nachhaltigkeitsminister François Bausch gefeiert. Sieben Busse vom Typ VDL Citea LLE-99 Electric kommen dafür zum Einsatz, die im Betriebshof von Autocars Pletschette (eine Tochtergesellschaft von Voyages Emile Weber) in Bettembourg aufgeladen werden können. Für die Ladeinfrastruktur investierte der Konzern mehr als 700.000 Euro. Die Fahrzeuge können sowohl mit Ladekabel („Overnight Charging“), als auch über einen Pantographen („Opportunity Charging“) aufgeladen werden.

Grafisch fallen die neuen E-Busse der Emile Weber-Firmengruppe durch einen weißen Blitzeinschlag im Frontbereich der Karrosserie auf.

Auf politischer Ebene verfolgt das Nachhaltigkeits- und Infrastrukturministerium das Ziel, das regionale Busnetz RGTR bis 2030 zu dekarbonisieren.

 

Am 28. Juni 2018 wurden nicht nur neue E-Busse in Betrieb gesetzt sondern gleich ein dazugehöriger Betriebshof feierlich eröffnet: Für die Tochtergesellschaft Voyages Ecker ließ Voyages Emile Weber gleich ein komplettes Depot in Bissen errichten. Mit dem Slogan « L’électrification des transports publics continue avec la ligne 290 ! » („die Elektrifizierung des ÖPNV geht mit der Linie 290 weiter!“)  gab die Eröffnungsfeier, bei der Infrastrukturminister François Bausch mit dabei war, den Startschuss für die Elektrifizierung der RGTR-Linie 290, welche Mersch mit der Hauptstadt verbindet. 6 Standardbusse vom Typ Irizar ie bus mit einer Reichweite von je 200 Km wurden dabei in Betrieb genommen. Die Fahrzeuge werden über Nacht per Ladekabel aufgeladen.

 

Für die Gemeinde Bissen wurde im September 2018 der erste 100% elektrisch betriebene Schulbus in Luxembourg im Rahmen eines Pilotprojekts in Betrieb genommen. Nach dieser Testphase, die sich als sehr erfolgreich darstellte, beschloss die Gemeinde Bissen dieses Projekt fortzusetzen. Das Projekt wurde am 31. Januar 2019 offiziell gestartet. Dafür bestellte Voyages Emile Weber beim chinesischen Hersteller Yutong ein Elektrobus vom Typ ICe 12 welches eine Reichweite von 200 Kilometern aufweist. Das Fahrzeug wird per Kabel (« Overnight Charging ») im neuen Depot von Voyages Ecker in Bissen aufgeladen. Der benötigte Strom stammt aus erneuerbaren Energiequellen.